Trainer

Alle Trainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Nach den ersten Jahren ohne Trainer hießen sie Reichstrainer, Bundestrainer oder Teamchef.

Es ist offiziell: Jürgen Klopp ist neuer Bundestrainer
Der frühere Dortmunder und Liverpooler Meistertrainer Jürgen Klopp unterschrieb beim DFB einen Vierjahresvertrag ab dem 15. August 2026 bis zur WM 2030. Also Co-Trainer stehen ihm Pepijn Lijnders, Peter Krawietz und Sven Bender zur Seite.

Die Fußball-Nationaltrainer der deutschen Nationalmannschaft prägen seit fast 100 Jahren die Geschichte des DFB-Teams. Sie entscheiden über Kader, Taktik, Spielidee und Turnierplanung – und sie stehen wie kaum eine andere Person im deutschen Fußball im Fokus der Öffentlichkeit. Von Otto Nerz über Sepp Herberger, Helmut Schön, Franz Beckenbauer, Joachim Löw, Julian Nagelsmann bis Bundestrainer Jürgen Kloop reicht die Liste der Männer, die die deutsche Fußball-Nationalmannschaft geführt haben.

Auf dieser Seite gibt es den Überblick über alle Bundestrainer, Reichstrainer, Teamchefs und Nationaltrainer der deutschen Männer-Nationalmannschaft. Die Tabelle zeigt die Amtszeiten, wichtigsten Stationen sowie die jeweiligen Assistenten und Co-Trainer.

Alle Bundestrainer der Nationalmannschaft

Eine Übersicht aller Bundestrainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft.

TrainerZeitraumTageAssistenten / Co-Trainer
Otto Nerz1926 bis 19363.569Josef Herberger,
Ferdinand Fabra
Josef „Sepp“ Herberger1936 bis 1942
1950 bis 1964
7.299Emil Melcher,
Hennes Weisweiler,
Helmut Schön
Helmut Schön1964 bis 19784.977Dettmar Cramer,
Udo Lattek,
Jupp Derwall
Jupp Derwall1978 bis 19842.079Erich Ribbeck
Franz Beckenbauer1984 bis 19902.125Horst Köppel,
Holger Osieck
Berti Vogts1990 bis 19982.929Rainer Bonhof
Erich Ribbeck1998 bis 2000619Uli Stielike,
Horst Hrubesch
Rudi Völler2000 bis 20041.408Michael Skibbe
Jürgen Klinsmann2004 bis 2006712Joachim Löw
Joachim Löw2006 bis 20215.499Hansi Flick,
Thomas Schneider,
Marcus Sorg
Hansi Flick2021 bis 2023770Danny Röhl,
Marcus Sorg
Rudi Völler20231Sandro Wagner,
Hannes Wolf
Julian Nagelsmann2023 bis 20261.015Sandro Wagner (bis 2025),
Benjamin Glück,
Benjamin Hübner,
Alfred Schreuder,
Mads Buttgereit
Jürgen Klopp2026Sven Bender,
Peter Krawietz,
Pepijn Lijnders

Seit wann ist Jürgen Klopp Bundestrainer?

Jürgen Klopp (59) unterschrieb am Freitag, den 24. Juli 2025, einen Vertrag bis 2030 und wird der 13. Bundestrainer der DFB-Geschichte. Der Deutsche Fußball-Bund bekommt den großen Potenzial-Maximierer, der schon Dortmund und Liverpool aus dem Jammertal auf den Gipfel geführt hatte. „Es ist eine Riesenehre“, sagte er, seine Aufgabe gehe er am 15. August 2026 „mit Demut und Geduld“ an, sein Team soll „uns Deutsche verbinden“.

Seit wann hat Deutschland einen Nationaltrainer?

Die deutsche Nationalmannschaft bestritt ihr erstes offizielles Länderspiel bereits 1908. Einen festen Auswahltrainer gab es damals aber noch nicht. In den Anfangsjahren wurde die Mannschaft durch Ausschüsse und Funktionäre zusammengestellt. Erst 1926 begann mit Otto Nerz die Ära der festen sportlichen Leitung. Der DFB beschreibt diesen Einschnitt als neues Kapitel: Im 59. Länderspiel hatte die Nationalmannschaft erstmals einen Auswahltrainer.

Die ersten beiden Trainer wurden noch als Reichstrainer bezeichnet. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg setzte sich der Begriff Bundestrainer durch. Inhaltlich blieb die Aufgabe ähnlich: Der Nationaltrainer sollte aus den besten deutschen Spielern eine funktionierende Auswahl formen. Im Laufe der Jahrzehnte wurde aus dieser Rolle jedoch ein hochkomplexer Führungsjob mit großem Trainerstab, Analyseabteilung, Athletikteam, Torwarttrainern, Standardspezialisten und medizinischer Betreuung.

Otto Nerz: Der erste Nationaltrainer

Otto Nerz war der erste feste Trainer der deutschen Nationalmannschaft. Er übernahm 1926 und führte die Mannschaft unter anderem zur Weltmeisterschaft 1934, bei der Deutschland den dritten Platz erreichte. Seine Arbeit war ein Wendepunkt: Er brachte mehr Systematik, Training und taktische Vorbereitung in die Nationalmannschaft.

Nerz steht damit am Anfang der deutschen Trainerhistorie. Auch wenn seine Amtszeit in eine politisch schwierige Epoche fiel, war seine sportliche Bedeutung groß. Er machte aus der zuvor eher lose zusammengestellten Auswahl eine Mannschaft, die gezielter vorbereitet wurde und international konkurrenzfähiger wurde.

Sepp Herberger: Der Weltmeistertrainer von 1954

Josef „Sepp“ Herberger ist einer der bekanntesten Nationaltrainer der deutschen Fußballgeschichte. Er übernahm offiziell 1936 und prägte die Nationalmannschaft über Jahrzehnte. Sein größter Erfolg war der WM-Titel 1954 in Bern, das berühmte „Wunder von Bern“. Der 3:2-Finalsieg gegen Ungarn machte Herberger und seine Spieler zu Legenden des deutschen Sports.

Herberger war nicht nur Trainer, sondern auch Sprachfigur des deutschen Fußballs. Viele seiner Sätze sind bis heute bekannt, etwa „Der Ball ist rund“ oder „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“. Sportlich stand er für Disziplin, genaue Gegneranalyse und ein starkes Gespür für Mannschaftsführung.

Helmut Schön: Der erfolgreichste Bundestrainer seiner Ära

Helmut Schön folgte auf Herberger und führte die Nationalmannschaft von 1964 bis 1978. Unter ihm erlebte Deutschland eine der erfolgreichsten Phasen seiner Fußballgeschichte. Schön wurde 1972 Europameister und 1974 Weltmeister im eigenen Land. Der DFB hebt ihn als einzigen Bundestrainer hervor, der sowohl EM- als auch WM-Titel gewann.

Schöns Mannschaften standen für spielerische Klasse, taktische Reife und große Persönlichkeiten wie Franz Beckenbauer, Gerd Müller, Günter Netzer, Wolfgang Overath oder Sepp Maier. Die Nationalmannschaft der frühen 1970er-Jahre gilt bis heute als eine der besten deutschen Mannschaften überhaupt.

Jupp Derwall: Europameister und Vizeweltmeister

Jupp Derwall war zuvor Assistent von Helmut Schön und übernahm nach der WM 1978 das Amt des Bundestrainers. Sein Start war beeindruckend: Deutschland blieb lange ungeschlagen und gewann 1980 die Europameisterschaft. Zwei Jahre später führte Derwall die Mannschaft bei der WM 1982 ins Finale.

Trotz dieser Erfolge endete seine Amtszeit nach der Europameisterschaft 1984. Derwall steht für eine Übergangszeit zwischen der großen Schön-Ära und dem späteren Teamchef-Modell unter Franz Beckenbauer.

Franz Beckenbauer: Der Teamchef als Weltmeistermacher

Franz Beckenbauer übernahm 1984 nicht als klassischer Bundestrainer, sondern als Teamchef. Da ihm die formale Trainerlizenz fehlte, wurde die sportliche Leitung anders organisiert. In der Praxis war Beckenbauer dennoch die prägende Figur der Nationalmannschaft.

Sein größter Erfolg kam 1990: Deutschland wurde in Italien Weltmeister. Beckenbauer wurde damit nach Mário Zagallo zu einem der wenigen Fußballer, die sowohl als Spieler als auch als Trainer beziehungsweise Teamchef Weltmeister wurden. Der DFB würdigt Beckenbauer als Weltmeister als Spieler und Trainer sowie als eine der großen Figuren der deutschen Länderspielgeschichte.

Berti Vogts: Der Europameister von 1996

Berti Vogts folgte 1990 auf Beckenbauer. Als Spieler war er 1974 selbst Weltmeister geworden, als Trainer führte er Deutschland 1996 zum EM-Titel in England. Der Finalsieg gegen Tschechien mit dem Golden Goal von Oliver Bierhoff gehört zu den großen Momenten der deutschen Nationalmannschaft.

Vogts hatte keine einfache Aufgabe: Er musste nach der Wiedervereinigung Spieler aus Ost und West zusammenführen und zugleich an die Erfolge der Weltmeistergeneration anknüpfen. Der DFB erinnert an ihn als den punktbesten Bundestrainer seiner Zeit und an den EM-Titel 1996 als Höhepunkt seiner Amtszeit.

Erich Ribbeck: Die kürzeste Amtszeit

Erich Ribbeck übernahm 1998 nach dem Rücktritt von Berti Vogts. Seine Amtszeit war kurz und sportlich schwierig. Bei der Europameisterschaft 2000 schied Deutschland bereits in der Vorrunde aus. Dieses Turnier gilt bis heute als Tiefpunkt, der später wichtige Reformen im deutschen Fußball mit auslöste.

Ribbeck steht deshalb weniger für große Erfolge, sondern eher für eine Phase der Neuorientierung. Nach seiner Zeit wurde deutlich, dass die Nationalmannschaft strukturell, taktisch und personell erneuert werden musste.

Rudi Völler: Vom Übergang zur WM-Finalteilnahme

Rudi Völler übernahm 2000 zunächst als Übergangslösung. Aus der Übergangslösung wurde eine prägende Amtszeit. Bei der WM 2002 führte er Deutschland überraschend bis ins Finale gegen Brasilien. Der Finaleinzug war sportlich ein großer Erfolg, auch wenn die Mannschaft spielerisch nicht zu den stärksten deutschen Teams zählte.

Nach dem Vorrundenaus bei der EM 2004 trat Völler zurück. 2023 kehrte er noch einmal kurzfristig an die Seitenlinie zurück: Nach der Freistellung von Hansi Flick betreute er die Nationalmannschaft gemeinsam mit Hannes Wolf und Sandro Wagner beim 2:1 gegen Frankreich, bevor Julian Nagelsmann übernahm.

Jürgen Klinsmann: Der Reformer der Heim-WM 2006

Jürgen Klinsmann wurde 2004 Bundestrainer und brachte frischen Wind in die Nationalmannschaft. Er setzte auf moderne Trainingsmethoden, ein neues Fitnessteam, junge Spieler und eine offensivere Spielidee. Besonders die Heim-WM 2006 veränderte die Wahrnehmung der Nationalmannschaft nachhaltig.

Deutschland wurde 2006 Dritter, doch die Begeisterung im Land war enorm. Klinsmanns Amtszeit war kurz, aber wirkungsvoll. Viele Grundlagen der späteren erfolgreichen Löw-Ära wurden in dieser Zeit gelegt.

Joachim Löw: Rekordtrainer und Weltmeister von 2014

Joachim Löw war zunächst Co-Trainer von Jürgen Klinsmann und übernahm nach der WM 2006 den Chefposten. Seine Amtszeit dauerte bis 2021 und ist die längste moderne Bundestrainer-Ära. Unter Löw erreichte Deutschland bei mehreren Turnieren mindestens das Halbfinale und gewann 2014 in Brasilien den vierten WM-Titel der Verbandsgeschichte. Der DFB führt Löw als Bundestrainer mit den meisten Spielen und Siegen.

Der Triumph von Rio mit dem 1:0-Finalsieg gegen Argentinien machte Löw endgültig zu einem der wichtigsten Trainer der deutschen Fußballgeschichte. Seine Mannschaft stand für Ballbesitz, technische Qualität, taktische Flexibilität und eine starke Turnierstruktur. Gleichzeitig endete seine Ära nach dem Vorrundenaus bei der WM 2018 und dem Achtelfinal-Aus bei der EM 2021 mit einer schwierigen Phase.

Hansi Flick: Große Erwartungen, frühes Ende

Hansi Flick folgte 2021 auf Joachim Löw. Als ehemaliger Co-Trainer der Weltmeistermannschaft von 2014 und erfolgreicher Bayern-Trainer kam er mit großen Erwartungen zum DFB. Der Start war überzeugend, doch bei der WM 2022 schied Deutschland erneut in der Vorrunde aus.

Im September 2023 wurde Flick nach enttäuschenden Ergebnissen von seinen Aufgaben entbunden. Der DFB begründete die Entscheidung mit der Notwendigkeit eines neuen Impulses vor der Heim-EM 2024. Auch seine Co-Trainer Marcus Sorg und Danny Röhl wurden freigestellt.

Julian Nagelsmann: Der moderne Bundestrainer

Wunschkandidat Julian Nagelsmann wurde im September 2023 Bundestrainer und damit zum zwölften Bundestrainer der DFB-Geschichte berufen. Bei seinem Amtsantritt war er erst 36 Jahre alt und galt als Vertreter einer neuen Trainergeneration: analytisch, detailorientiert, taktisch flexibel und kommunikativ.

Im Januar 2025 verlängerte der DFB den Vertrag mit Nagelsmann bis zur Europameisterschaft 2028. Laut DFB sollte damit der Weg über die WM 2026 hinaus fortgesetzt werden. Zum aktuellen Trainerteam gehören unter anderem Benjamin Glück, Benjamin Hübner, Alfred Schreuder und Standardspezialist Mads Buttgereit; als Direktor der Nationalmannschaft wird Rudi Völler geführt.

Die erfolgreichsten Nationaltrainer Deutschlands

Die größten Titel der deutschen Nationalmannschaft sind eng mit ihren Trainern verbunden. Sepp Herberger gewann 1954 die Weltmeisterschaft, Helmut Schön wurde 1972 Europameister und 1974 Weltmeister, Jupp Derwall holte 1980 den EM-Titel, Franz Beckenbauer führte Deutschland 1990 zum WM-Titel, Berti Vogts gewann 1996 die Europameisterschaft und Joachim Löw wurde 2014 Weltmeister.

Diese Erfolge zeigen, wie unterschiedlich die Wege zum Titel sein können. Herberger stand für Menschenführung und Pragmatismus, Schön für spielerische Eleganz, Beckenbauer für Autorität und Erfahrung, Vogts für akribische Arbeit, Klinsmann für Aufbruch und Löw für langfristige Entwicklung. Jeder Nationaltrainer prägte seine Zeit auf eigene Weise.

Die Rolle der Assistenten und Co-Trainer

Die Geschichte der deutschen Nationaltrainer ist auch eine Geschichte der Assistenten. Helmut Schön arbeitete sich als Assistent von Sepp Herberger an die Spitze. Jupp Derwall war vor seiner Amtszeit Assistent von Schön. Joachim Löw wurde nach seiner Zeit als Co-Trainer von Jürgen Klinsmann selbst Bundestrainer. Auch moderne Trainerteams bestehen längst nicht mehr nur aus einem Cheftrainer und einem Co-Trainer.

Heute gehören Spezialisten für Standards, Torhüter, Athletik, Analyse, Rehabilitation und Belastungssteuerung zum festen Umfeld der Nationalmannschaft. Deshalb sind Co-Trainer und Assistenten in der historischen Betrachtung wichtig. Sie zeigen, wie sich die sportliche Leitung von einer Einzelperson zu einem komplexen Trainerteam entwickelt hat.

Vom Reichstrainer zum modernen Bundestrainer

Die Entwicklung vom Reichstrainer über den Teamchef bis zum modernen Bundestrainer spiegelt die Entwicklung des Fußballs wider. In den Anfangsjahren ging es vor allem um Auswahl und Organisation. Später kamen Taktik, Trainingssteuerung, Turnierplanung und Medienarbeit hinzu. Heute ist der Bundestrainer nicht nur Fußballlehrer, sondern auch Manager, Kommunikator, Moderator und Gesicht der Nationalmannschaft.

Gerade deshalb sind die Fußball-Nationaltrainer der deutschen Nationalmannschaft mehr als eine Liste von Namen. Sie erzählen die Geschichte des deutschen Fußballs: von den ersten Länderspielen über das Wunder von Bern, die goldene Ära der 1970er-Jahre, den WM-Titel 1990, den Reformprozess nach 2000 und den vierten Stern 2014 bis zur Gegenwart.

Fazit: Die Bundestrainer als prägende Figuren der DFB-Geschichte

Die Nationaltrainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft haben den deutschen Fußball über Generationen geprägt. Manche wurden durch Titel unsterblich, andere stehen für Umbruch, Krise oder Neuanfang. Zusammen bilden sie eine der spannendsten Trainerhistorien im internationalen Fußball.

Wer die Geschichte der deutschen Nationalmannschaft verstehen will, kommt an ihren Trainern nicht vorbei. Von Otto Nerz bis Julian Nagelsmann zeigt sich, wie stark Spielstil, Kaderplanung, öffentliche Wahrnehmung und sportlicher Erfolg von der Person an der Seitenlinie abhängen.

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