Das DFB-Team trifft am Donnerstag, 1. Oktober 2026, in der UEFA Nations League auf Serbien. Anstoß in der Allianz Arena in München ist um 20:45 Uhr. Für Bundestrainer Jürgen Klopp ist es bereits das dritte Länderspiel seiner noch jungen Amtszeit und zugleich eine besonders interessante Partie: Gegen Serbien kommt erstmals Klopps nahezu komplett ausgetauschtes zweites Aufgebot zum Einsatz. Das ZDF überträgt Deutschland gegen Serbien live im Free-TV.
Das Duell ist der dritte Spieltag der Gruppe A2. Deutschland startete mit einem 1:1 bei den Niederlanden in die neue Nations-League-Saison, während Serbien sein Auftaktspiel in Belgrad trotz früher Führung noch 1:2 gegen Griechenland verlor. Bevor beide Teams in München aufeinandertreffen, steht am 27. September allerdings noch jeweils ein weiteres Gruppenspiel an: Deutschland empfängt Griechenland in Augsburg, Serbien spielt in Belgrad gegen die Niederlande. Für das Duell mit Serbien sind noch letzte Tickets erhältlich.
DFB-Team mit fast komplett neuem Kader gegen Serbien
Der größte Unterschied zu den ersten beiden Länderspielen unter Jürgen Klopp betrifft das Personal. Der Bundestrainer nominierte für die vier Nations-League-Partien insgesamt 44 Spieler und teilte sie auf zwei Aufgebote auf. Nach den Begegnungen mit den Niederlanden und Griechenland reist ein Großteil des ersten Kaders ab. Für Serbien und das anschließende Auswärtsspiel in Griechenland übernimmt ein nahezu komplett neues Aufgebot.
Klopp begründete diesen ungewöhnlichen Ansatz damit, möglichst viele Spieler persönlich im Training und unter Wettkampfbedingungen kennenlernen zu wollen. Gleichzeitig soll die Belastung angesichts des engen Terminkalenders reduziert werden. Finn Dahmen war ursprünglich der einzige Spieler, der auf beiden Kaderlisten stand.
Inzwischen gab es allerdings mehrere Änderungen. Brajan Gruda fällt wegen einer Zerrung der seitlichen Bauchmuskulatur aus und wird nach Angaben des DFB nicht ersetzt. Zudem tauschten Karim Adeyemi und Lennart Karl aus Gründen der Belastungssteuerung die Aufgebote: Adeyemi rückte bereits für die ersten Spiele ins Team, Karl ist dafür für die zweite Hälfte des Lehrgangs vorgesehen.
Auch Florian Wirtz und Jonathan Burkardt kamen früher als geplant zum DFB-Team, nachdem Jamal Musiala und Kai Havertz verletzungsbedingt abreisen mussten. Beide waren ohnehin für die Begegnungen gegen Serbien und Griechenland vorgesehen.
DFB-Kader für Deutschland gegen Serbien
Nach dem derzeitigen Stand umfasst Klopps zweites Aufgebot folgende Spieler:
| Position | Spieler |
|---|---|
| Tor: | Noah Atubolu, Finn Dahmen, Jonas Urbig |
| Abwehr: | Waldemar Anton, Ridle Baku, Finn Jeltsch, Maximilian Mittelstädt, David Raum, Malick Thiaw |
| Mittelfeld: | Lennart Karl, Mika Baur, Tom Bischof, Saïd El Mala, Vitaly Janelt, Felix Keidel, Aleksandar Pavlović, Derry Scherhant, Florian Wirtz |
| Angriff: | Jonathan Burkardt, Nick Woltemade |
Ursprünglich gehörten auch Brajan Gruda und Karim Adeyemi zu diesem Aufgebot. Gruda fällt verletzt aus, Adeyemi wechselte mit Karl in den ersten Kader. Damit bietet sich gegen Serbien eine ungewöhnliche Mischung aus etablierten Spielern, Rückkehrern und potenziellen Debütanten.
Besonders interessant wird sein, welche Rolle Florian Wirtz übernimmt. Der Liverpool-Profi ist der mit Abstand wichtigste kreative Spieler dieses Kaders und dürfte eine zentrale Position in Klopps Offensivspiel einnehmen. Dahinter stehen mit Aleksandar Pavlović und Vitaly Janelt zwei unterschiedliche Spielertypen für das zentrale Mittelfeld zur Verfügung.
Mehrere DFB-Debütanten gegen Serbien möglich
Für einige Spieler könnte der Abend in München zum ersten A-Länderspiel werden. Finn Jeltsch, Felix Keidel, Vitaly Janelt, Mika Baur und weitere junge Akteure erhielten von Klopp erstmals eine Einladung in diesen Kreis. Auch Saïd El Mala hofft nach seiner erneuten Nominierung auf sein Debüt.
Die Partie ist deshalb weit mehr als nur das dritte Nations-League-Gruppenspiel. Klopp nutzt die September- und Oktober-Spiele ausdrücklich zur Sichtung eines breiteren Spielerkreises. Die Hierarchie im DFB-Team ist nach dem frühen Ausscheiden bei der WM 2026 und dem anschließenden Trainerwechsel noch nicht endgültig festgelegt.
Gerade Spieler wie Jeltsch, Keidel, Baur oder El Mala können sich mit guten Trainingsleistungen und Spielminuten für weitere Nominierungen empfehlen. Gleichzeitig stehen etabliertere Profis wie Anton, Raum, Mittelstädt, Pavlović, Wirtz, Burkardt und Woltemade in der Verantwortung, dem stark veränderten Team Struktur zu geben.
Mögliche DFB-Aufstellung gegen Serbien
Eine endgültige Aufstellung lässt sich mehrere Tage vor dem Spiel noch nicht seriös festlegen. Aufgrund der Zusammensetzung des zweiten Kaders bietet sich jedoch erneut ein 4-2-3-1 beziehungsweise ein variables 4-3-3 an.
Eine mögliche deutsche Startelf könnte so aussehen:
Deutschland: Atubolu – Baku, Anton, Thiaw, Mittelstädt – Pavlović, Janelt – Karl, Wirtz, El Mala – Woltemade.
Alternativen gibt es auf nahezu jeder Position. Jonas Urbig und Finn Dahmen sind Kandidaten für das Tor, David Raum könnte links verteidigen und Jonathan Burkardt anstelle von Woltemade beginnen. Auch Tom Bischof dürfte für das zentrale Mittelfeld eine Option sein.
Gerade wegen des kompletten Kaderwechsels ist davon auszugehen, dass Klopp die Trainingseinheiten vor der Partie intensiv zur Entscheidungsfindung nutzt.
Deutschland startete mit 1:1 in den Niederlanden
Sein Debüt als Bundestrainer hatte sich Jürgen Klopp beinahe mit einem Sieg versüßt. Deutschland führte am 24. September in Amsterdam lange mit 1:0, nachdem Felix Nmecha in der 32. Minute getroffen hatte. Erst in der zweiten Minute der Nachspielzeit gelang Cody Gakpo der niederländische Ausgleich zum 1:1.
Die deutsche Auswahl zeigte dabei bereits viele Elemente, die mit Klopp verbunden werden: hohes Tempo, aggressives Anlaufen und intensive Zweikämpfe. Gleichzeitig waren gerade im defensiven Umschaltspiel noch Abstimmungsprobleme zu erkennen.
Wie aussagekräftig die ersten Spiele für das Duell mit Serbien sind, bleibt allerdings eingeschränkt. Gegen die Serben wird schließlich ein weitgehend anderes deutsches Team auf dem Platz stehen.
Serbien verliert Nations-League-Auftakt gegen Griechenland
Serbien startete dagegen mit einer bitteren Heimniederlage. Andrija Živković brachte die Auswahl von Veljko Paunović bereits in der vierten Minute gegen Griechenland in Führung. Lange sah es nach einem erfolgreichen Auftakt aus, doch Christos Tzolis glich in der 74. Minute aus. Vangelis Pavlidis‘ Teamkollege Anastasios Douvikas erzielte schließlich in der fünften Minute der Nachspielzeit das 2:1 für Griechenland.
Serbien begann gegen Griechenland unter anderem mit Vanja Milinković-Savić, Strahinja Pavlović, Sergej Milinković-Savić, Nemanja Maksimović, Dušan Tadić, Živković und Luka Jović. Der serbische Verband wertete die Niederlage als ausgesprochen unglücklich und hob insbesondere die Leistung von Rekordnationalspieler Tadić hervor.
Vor der Reise nach München wartet am 27. September zunächst noch das Heimspiel gegen die Niederlande. Die Belastung ist damit für beide Teams ähnlich hoch.
Serbien-Kader mit Vlahović, Jović und Tadić
Nationaltrainer Veljko Paunović hat für die Nations-League-Spiele einen umfangreichen Kader zusammengestellt. Zu den bekanntesten Namen gehören Dušan Vlahović, Luka Jović, Dušan Tadić, Sergej Milinković-Savić, Strahinja Pavlović, Filip Kostić und Lazar Samardžić.
Der serbische Kader im Überblick:
| Position | Spieler |
|---|---|
| Tor: | Vanja Milinković-Savić, Đorđe Petrović, Filip Stanković |
| Abwehr: | Strahinja Pavlović, Strahinja Eraković, Srđan Babić, Nikola Simić, Kosta Nedeljković, Aleksa Terzić, Petar Sukačev, Lazar Nikolić |
| Mittelfeld: | Aleksandar Stanković, Nemanja Maksimović, Sergej Milinković-Savić, Saša Lukić, Nemanja Gudelj, Vanja Dragojević, Lazar Samardžić, Andrija Živković, Filip Kostić, Stefan Džodić, Vasilije Kostov, Dušan Tadić |
| Angriff: | Dušan Vlahović, Luka Jović, Dejan Joveljić, Mihajlo Cvetković, Jovan Milošević |
Paunović verfügt damit gerade im Angriff über mehrere unterschiedliche Optionen. Vlahović bringt Physis und Abschlussstärke mit, Jović kennt den deutschen Fußball aus seiner Zeit bei Eintracht Frankfurt und ist ebenfalls ein klassischer Strafraumstürmer. Hinzu kommen mit Tadić, Živković und Samardžić technisch starke Spieler für die Räume dahinter.
Serbien unter Veljko Paunović im Neuaufbau
Wie Deutschland befindet sich auch Serbien in einer neuen Phase. Veljko Paunović übernahm die Auswahl Ende 2025 und soll nach dem vergangenen WM-Zyklus einen personellen und taktischen Umbruch gestalten.
Vor Beginn der Nations League sprach der serbische Verband ausdrücklich von einem „neuen Anfang“. Paunović nominierte neben erfahrenen Kräften mehrere jüngere Spieler und ließ sein Trainerteam bereits deutlich vor dem offiziellen Treffpunkt Gegner und Spieler intensiv analysieren.
Die Serben stehen dabei unter einem gewissen Ergebnisdruck. Die 1:2-Niederlage gegen Griechenland war gerade wegen des späten Gegentreffers schmerzhaft. Das anschließende Spiel gegen die Niederlande kann die Ausgangslage vor der Reise nach München allerdings noch deutlich verändern.
Bilanz Deutschland gegen Serbien
Seit Serbien als eigenständige Auswahl antritt, gab es bislang vier Begegnungen mit Deutschland. Die Bilanz spricht leicht für das DFB-Team.
| Datum | Wettbewerb | Spielpaarung | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| 30.04.2003 | Länderspiel | Deutschland – Serbien | 1:0 |
| 31.05.2008 | Länderspiel | Deutschland – Serbien | 2:1 |
| 18.06.2010 | WM 2010 | Deutschland – Serbien | 0:1 |
| 20.03.2019 | Länderspiel | Deutschland – Serbien | 1:1 |
Deutschland gewann zwei der vier Begegnungen, Serbien eine. Eine Partie endete unentschieden. Das Torverhältnis lautet 4:3 für Deutschland.
Besonders in Erinnerung geblieben ist das WM-Gruppenspiel 2010 in Port Elizabeth. Miroslav Klose sah damals bereits in der ersten Halbzeit Gelb-Rot, Milan Jovanović erzielte kurz darauf das einzige Tor der Partie. Lukas Podolski vergab im zweiten Durchgang zudem einen Elfmeter. Serbien gewann 1:0.
Das bislang letzte Aufeinandertreffen fand im März 2019 in Wolfsburg statt. Damals trennten sich Deutschland und Serbien 1:1.
Nations League: Gruppe A2 verspricht engen Kampf
Deutschland, Serbien, die Niederlande und Griechenland bilden in der Nations League 2026/27 die Gruppe A2. Nach dem ersten Spieltag führt Griechenland mit drei Punkten. Deutschland und die Niederlande stehen nach ihrem 1:1 bei jeweils einem Zähler, Serbien startete ohne Punkt.
Diese Tabelle wird sich allerdings vor Deutschland gegen Serbien noch verändern. Am 27. September spielt Deutschland gegen Griechenland, während Serbien die Niederlande empfängt.
Für den weiteren Wettbewerb ist die Platzierung von großer Bedeutung: Die beiden besten Teams jeder Gruppe der Liga A qualifizieren sich für das Viertelfinale. Der Gruppenletzte steigt direkt in Liga B ab, während der Dritte in die Relegation muss.
Deutschland gegen Serbien live im ZDF
Das Länderspiel Deutschland gegen Serbien wird am 1. Oktober 2026 live im ZDF übertragen. Anstoß in der Münchner Allianz Arena ist um 20.45 Uhr. Das Spiel gehört damit zu den frei empfangbaren Länderspielen des DFB-Teams.
Für Zuschauer im Stadion gibt es weiterhin Tickets. Der DFB hatte bereits bei der Kaderbekanntgabe darauf hingewiesen, dass für das Serbien-Spiel in München noch Karten erhältlich sind, während die vorherige Partie gegen Griechenland in Augsburg bereits frühzeitig ausverkauft war.
Deutschland gegen Serbien wird zum großen Kader-Test
Sportlich besitzt das Spiel gegen Serbien bereits wegen der Nations-League-Punkte Bedeutung. Für Jürgen Klopp geht es aber um weit mehr. Durch den geplanten Austausch fast des kompletten Aufgebots erhält der Bundestrainer innerhalb weniger Tage Eindrücke von einer außergewöhnlich großen Zahl an Spielern.
In München dürften deshalb nicht nur Florian Wirtz, Aleksandar Pavlović, Nick Woltemade oder Jonathan Burkardt im Mittelpunkt stehen. Gerade die möglichen Debütanten können die Partie nutzen, um sich dauerhaft für das DFB-Team zu empfehlen.
Serbien wiederum verfügt über ausreichend internationale Erfahrung, um der neu zusammengestellten deutschen Auswahl Probleme zu bereiten. Pavlović in der Defensive, Milinković-Savić im Mittelfeld sowie Tadić, Jović und Vlahović in der Offensive sorgen für Qualität auf allen Ebenen.
Das macht Deutschland gegen Serbien am 1. Oktober zu einem besonders interessanten Test: Für die Nations-League-Tabelle zählen drei Punkte, für Klopp zählen zusätzlich zahlreiche Erkenntnisse über die Breite seines neuen DFB-Kaders.
