WM 2026: Alle WM-Trainer und deren Besonderheiten

Bei der Fußball-WM 2026 stehen 48 Nationaltrainer an der Seitenlinie. Die Trainer bei der WM 2026 reichen von Weltmeistern über Rückkehrer bis zu Debütanten und liefern einige bemerkenswerte Geschichten.

Alle Trainer bei der WM 2026

TeamNameGeburtsdatumNationalität
AlgerienVladimir Petković15.08.1963Schweiz
ArgentinienLionel Scaloni16.05.1978Argentinien
AustralienTony Popovic04.07.1973Australien
BelgienRudi Garcia20.02.1964Frankreich
Bosnien und HerzegowinaSergej Barbarez17.09.1971Bosnien und Herzegowina
BrasilienCarlo Ancelotti10.06.1959Italien
DR KongoSébastien Desabre02.08.1976Frankreich
CuraçaoDick Advocaat27.09.1947Niederlande
DeutschlandJulian Nagelsmann23.07.1987Deutschland
EcuadorSebastián Beccacece17.12.1980Argentinien
ÄgyptenHossam Hassan10.08.1966Ägypten
ElfenbeinküsteEmerse Faé24.01.1984Elfenbeinküste
EnglandThomas Tuchel29.08.1973Deutschland
FrankreichDidier Deschamps15.10.1968Frankreich
GhanaCarlos Queiroz01.03.1953Portugal
HaitiSébastien Migné30.11.1972Frankreich
IrakGraham Arnold03.08.1963Australien
IranAmir Ghalenoei22.11.1963Iran
JapanHajime Moriyasu23.08.1968Japan
JordanienJamal Sellami06.10.1970Marokko
KanadaJesse Marsch08.11.1973Vereinigte Staaten
Kap VerdePedro Leitão Brito (Bubista)06.01.1970Kap Verde
KatarJulen Lopetegui28.08.1966Spanien
KolumbienNéstor Lorenzo26.02.1966Argentinien
KroatienZlatko Dalić26.10.1966Kroatien
MarokkoMohamed Ouahbi07.09.1976Marokko
MexikoJavier Aguirre01.12.1958Mexiko
NeuseelandDarren Bazeley05.10.1972England
NiederlandeRonald Koeman21.03.1963Niederlande
NorwegenStåle Solbakken27.02.1968Norwegen
ÖsterreichRalf Rangnick29.06.1958Deutschland
PanamaThomas Christiansen11.03.1973Spanien
ParaguayGustavo Alfaro14.08.1962Argentinien
PortugalRoberto Martínez13.07.1973Spanien
Saudi-ArabienGeorgios Donis22.10.1969Griechenland
SchottlandSteve Clarke29.08.1963Schottland
SchwedenGraham Potter20.05.1975England
SchweizMurat Yakin15.09.1974Schweiz
SenegalPape Thiaw05.02.1981Senegal
SpanienLuis de la Fuente21.06.1961Spanien
SüdafrikaHugo Broos10.04.1952Belgien
SüdkoreaHong Myung-bo12.02.1969Südkorea
TunesienSabri Lamouchi09.11.1971Frankreich
TürkeiVincenzo Montella18.06.1974Italien
UruguayMarcelo Bielsa21.07.1955Argentinien
USAMauricio Pochettino02.03.1972Argentinien
UsbekistanFabio Cannavaro13.09.1973Italien
TschechienMiroslav Koubek01.09.1951Tschechien

Diese Trainer stechen bei der WM 2026 heraus

Die auffälligste Spanne gibt es beim Alter. Dick Advocaat ist als Trainer von Curaçao der älteste Coach des Turniers. Der Niederländer wurde am 27. September 1947 geboren und kann damit sogar den bisherigen WM-Altersrekord von Otto Rehhagel überbieten. Der jüngste Trainer ist Julian Nagelsmann, geboren am 23. Juli 1987. Zwischen dem ältesten und dem jüngsten Coach liegen damit fast vier Jahrzehnte.

Auch die Herkunft der Trainer ist bemerkenswert. Die meisten WM-Coaches kommen 2026 aus Argentinien, nämlich sechs. Dahinter folgt Frankreich mit fünf Trainern. Zur argentinischen Fraktion zählen Lionel Scaloni, Gustavo Alfaro, Sebastián Beccacece, Marcelo Bielsa, Néstor Lorenzo und Mauricio Pochettino. Frankreich stellt mit Didier Deschamps, Sébastien Desabre, Sabri Lamouchi, Rudi Garcia und Sébastien Migné die zweitgrößte Gruppe.

Dazu kommt reichlich eigene WM-Erfahrung aus aktiver Zeit. Insgesamt 18 Trainer standen selbst schon als Spieler bei einer Weltmeisterschaft auf dem Platz oder im Kader. In dieser Liste finden sich unter anderem Fabio Cannavaro, Hong Myung-bo, Ronald Koeman, Didier Deschamps, Javier Aguirre, Carlo Ancelotti, Mauricio Pochettino und Lionel Scaloni. Besonders herausragend ist Deschamps: Er gewann den Titel 1998 als Spieler und 2018 als Trainer. Cannavaro wurde 2006 als Spieler Weltmeister.

Auch an Trainer-Routine mangelt es nicht. 15 der 48 Coaches waren bereits bei früheren Weltmeisterschaften Cheftrainer. Didier Deschamps ist mit Frankreich schon zum vierten Mal als WM-Cheftrainer dabei. Javier Aguirre, Dick Advocaat, Marcelo Bielsa, Zlatko Dalić, Roberto Martínez, Hajime Moriyasu oder Lionel Scaloni bringen ebenfalls Turniererfahrung auf höchstem Niveau mit. Für Deschamps ist 2026 sogar ein historisches Turnier möglich: Laut Statistik kann er mit dem Halbfinaleinzug den WM-Spielrekord von Helmut Schön als Nationaltrainer übertreffen und mit drei weiteren Siegen auch dessen Bestmarke bei den Erfolgen angreifen.

Ein weiterer Trend ist die Internationalisierung der Trainerbänke. 27 Nationalteams werden bei der WM 2026 von ausländischen Coaches geführt. Für Brasilien und Uruguay ist das sogar eine Premiere bei einer Weltmeisterschaft: Brasilien tritt mit dem Italiener Carlo Ancelotti an, Uruguay mit dem Argentinier Marcelo Bielsa.

Fünf Trainer reisen zudem mit einem bereits gewonnenen Kontinentaltitel an: Emerse Faé holte mit der Elfenbeinküste den Afrika-Cup 2024, Luis de la Fuente gewann mit Spanien die EM 2024, Lionel Scaloni führte Argentinien zu den Copa-América-Titeln 2021 und 2024, Javier Aguirre gewann mit Mexiko den Gold Cup 2025 und Darren Bazeley wurde mit Neuseeland Ozeanienmeister 2024.

Eine schöne historische Fußnote liefert ausgerechnet das Eröffnungsspiel: Javier Aguirre und Hugo Broos, die 2026 als Trainer von Mexiko und Südafrika aufeinandertrafen, standen sich bereits bei der WM 1986 als Spieler im Duell Mexiko gegen Belgien gegenüber.

Besonderheiten ausgewählter WM-Trainer

Die WM 2026 ist nicht nur das Turnier der 48 Nationen, sondern auch das Turnier der ausschließlich männlichen 48 Cheftrainer. Auf den Bänken der Mannschaften sitzen Weltmeister, Taktik-Vordenker, erfahrene Krisenmanager und junge Detailarbeiter. Gerade weil das Turnier mit mehr Teams, mehr Spielen und mehr Reisestrapazen größer denn je geworden ist, rückt die Rolle der Trainer noch stärker in den Mittelpunkt ihrer Teams.

Julian Nagelsmann: der flexible Taktiker

Julian Nagelsmann fällt im Feld der WM-Trainer nicht nur als Jüngster auf, sondern auch durch seine hohe taktische Anpassungsfähigkeit. Reuters beschrieb schon früh seine Arbeit als geprägt von flexiblen Lösungen und einer laufstarken, variablen Defensivstruktur. Transfermarkt führt bei ihm ein 4-2-3-1 als bevorzugte Grundordnung. Genau diese Mischung aus Systematik und Flexibilität macht Deutschland unter Nagelsmann schwer ausrechenbar.

Marcelo Bielsa: Pressing, Risiko und permanente Intensität

Marcelo Bielsa bleibt auch 2026 einer der markantesten Trainer des Turniers. Reuters beschreibt Uruguay unter ihm als jung, dynamisch und hoch pressend; schon bei der Copa América war von einer attack-minded, high-energy und high-pressing Spielweise die Rede. Transfermarkt ordnet ihm als bevorzugte Formation ein offensives 4-3-3 zu. Bielsa steht damit wie kaum ein anderer Coach für Mut, Tempo und eine Spielidee, die Gegner permanent unter Stress setzt.

Luis de la Fuente: Spaniens Abkehr vom alten Tiki-Taka

Luis de la Fuente hat Spaniens Spielstil deutlich verändert. Reuters beschreibt seine Mannschaft als deutlich direkter, schneller und insgesamt wesentlich angriffsorientierter als in den klassischen Tiki-Taka-Jahren. Mehrfach ist dort sogar von einem ferociously attacking approach die Rede. Auf Transfermarkt wird als Grundordnung ein offensives 4-3-3 geführt. De la Fuente zeichnet damit aus, dass er Spaniens technische Identität bewahrt, sie aber mit mehr Vertikalität und Tempo verbunden hat.

Lionel Scaloni: Balance statt Messi-Abhängigkeit

Lionel Scaloni hat Argentinien nicht nur zum Weltmeister, sondern auch zu einer Mannschaft geformt, die laut Reuters nicht mehr vollständig von Lionel Messi abhängt. Genau darin liegt seine Besonderheit: Scaloni hat die Albiceleste auf eine stabile kollektive Struktur gestellt, ohne ihre individuelle Klasse zu verlieren. Transfermarkt nennt ein 4-4-2 als bevorzugtes System. Scaloni steht damit für Balance, Rollenklarheit und eine Mannschaft, die auch mit Superstars ein funktionierendes Kollektiv bleibt.

Thomas Tuchel: Detailarbeit und Turnierlogik

Thomas Tuchel hebt sich weniger durch Pathos als durch Präzision ab. Vor WM-Beginn betonte er gegenüber Reuters, dass England Schritt für Schritt denken müsse und gerade die Gruppenphase sowie der Weg ins Viertelfinale entscheidend seien. Dazu kommen Disziplin, harte Arbeit und eine starke Fokussierung auf Abläufe. Transfermarkt führt bei Tuchel ein 4-2-3-1 als bevorzugte Formation. Seine Besonderheit liegt damit vor allem in der minutiösen Vorbereitung und in einem klaren Prozessdenken für K.-o.-Turniere.

Carlo Ancelotti: Erfahrung, Ruhe und Titel-DNA

Bei Carlo Ancelotti ist die Besonderheit weniger ein starres taktisches Dogma als seine außergewöhnliche Erfolgsautorität. Reuters erinnert daran, dass der Italiener mit fünf Champions-League-Titeln als Trainer in die WM geht und vor Brasiliens Turnierstart davon sprach, dass selbst Angst ein nützlicher Faktor sein könne, um ein Team wach und konzentriert zu halten. Transfermarkt listet ein 4-2-3-1 als bevorzugte Formation. Ancelotti steht damit für Ruhe, Erfahrung und die Fähigkeit, große Mannschaften unter maximalem Druck zu steuern.

Fazit zu den Trainern der WM 2026

Die WM 2026 bringt auf den Trainerbänken alles zusammen, was den modernen Spitzenfußball ausmacht: Erfahrung und Innovation, Pragmatismus und Ideologie, Weltmeister und Newcomer. Zwischen Dick Advocaat als ältestem Coach, Julian Nagelsmann als jüngstem Trainer, Bielsa als Pressing-Vordenker, Deschamps als Titelgarant und Ancelotti als globalem Ausnahme-Coach wird deutlich, dass dieses Turnier auch ein Wettbewerb der Ideen ist. Wer am Ende den Pokal holt, wird deshalb nicht nur an der Qualität seines Kaders gemessen werden, sondern auch daran, welcher Trainer seine Mannschaft in diesem Mammutturnier am besten steuert.

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