Die Frauen-Bundesliga startet mit einem Topspiel in die Saison 2026/2027: Am Freitag, 21. August 2026, empfängt der 1. FC Union Berlin den Deutschen Meister und Supercup-Sieger FC Bayern München im Stadion An der Alten Försterei in Berlin-Köpenick. Anstoß ist um 18:20 Uhr. Das offizielle Eröffnungsspiel wird live im ZDF sowie bei MagentaSport und DAZN übertragen.
Für beide Teams ist die Partie zugleich eine Standortbestimmung: Bayern geht als Doublegewinner, Supercupsieger und großer Titelfavorit in die neue Spielzeit, während Union nach einer starken Premierensaison den nächsten Entwicklungsschritt anstrebt.
Union Berlin gegen Bayern München eröffnet die Frauen-Bundesliga
Dass ausgerechnet Union Berlin und der FC Bayern München die neue Frauen-Bundesliga-Saison 2026/27 eröffnen, sorgt für eine reizvolle Konstellation. Die Berlinerinnen bestreiten erst ihre zweite Spielzeit im deutschen Oberhaus, haben sich aber schon in ihrer ersten Saison sportlich etabliert und vor allem mit der großen Unterstützung im Stadion auf sich aufmerksam gemacht. Bayern reist dagegen als Maßstab der Liga nach Köpenick.
Das Stadion An der Alten Försterei war in der vergangenen Saison 2025/2026 ein besonderer Faktor für den Frauenfußball: Insgesamt 106.708 Zuschauer:innen besuchten die 13 Bundesliga-Heimspiele von Union. Mit durchschnittlich 8.208 Fans stellte der Aufsteiger damit einen neuen Bestwert in der Frauen-Bundesliga auf.
Unions Geschäftsführerin Jennifer Zietz bezeichnete das Eröffnungsspiel bereits nach der Terminierung als etwas Besonderes. Dass der Deutsche Meister gleich zum Auftakt der zweiten Bundesliga-Saison nach Köpenick kommt, soll gemeinsam mit Team und Fans zu einem außergewöhnlichen Fußballabend werden.
Bayern startet als klarer Favorit in die Saison 2026/27
An der Favoritenrolle des FC Bayern gibt es vor dem ersten Spieltag kaum Zweifel. In einer aktuellen DFB-Umfrage unter den Trainerinnen und Trainern aller 14 Bundesligisten wurde Bayern von sämtlichen Coaches als Titelfavorit Nummer eins genannt. José Barcala formuliert die Münchner Zielsetzung entsprechend deutlich: „Wir wollen den Titel verteidigen.“ Gelingt das, wäre es bereits die fünfte Deutsche Meisterschaft hintereinander.
Die Ausgangslage ist nachvollziehbar. Bayern dominierte die vergangene Bundesliga-Saison in außergewöhnlicher Weise. Die Münchnerinnen blieben in allen 26 Ligaspielen ungeschlagen und holten 74 von 78 möglichen Punkten. Mit 90 erzielten Toren stellte der FCB den besten Angriff, mit lediglich neun Gegentreffern gleichzeitig die beste Defensive. Auswärts gewann Bayern sogar alle 13 Bundesliga-Partien – bei einem Torverhältnis von 49:5.
Die Saisonbilanz 2025/26 im direkten Vergleich:
| Team | Platz | Spiele | Siege | Remis | Niederlagen | Tore | Punkte |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| FC Bayern München | 1. | 26 | 24 | 2 | 0 | 90:9 | 74 |
| 1. FC Union Berlin | 9. | 26 | 8 | 6 | 12 | 42:51 | 30 |
Bayern wurde damit zum vierten Mal hintereinander Deutscher Meister. Für Union bedeuteten acht Siege, sechs Unentschieden und zwölf Niederlagen in der ersten Bundesliga-Saison Rang neun. Da Union zuvor noch nie in der Frauen-Bundesliga gespielt hatte, entspricht diese Bilanz zugleich der kompletten bisherigen Bundesliga-Statistik des Vereins.
Bayern kommt mit Supercup-Titel nach Berlin
Auch unmittelbar vor dem Bundesliga-Auftakt hat der FC Bayern seine Favoritenstellung bestätigt. Am 15. August gewannen die Münchnerinnen den Google Pixel Supercup in Ingolstadt mit 3:0 gegen den VfL Wolfsburg. Jovana Damnjanović brachte Bayern in Führung, anschließend erzielte Nationalspielerin Klara Bühl innerhalb weniger Minuten zwei Treffer. Torhüterin Ena Mahmutovic hielt den Kasten trotz mehrerer Wolfsburger Möglichkeiten sauber.
Gerade Bühl befindet sich damit schon wieder in bemerkenswerter Frühform. Bereits in der vergangenen Bundesliga-Saison war die DFB-Nationalspielerin mit 14 Vorlagen die beste Assistgeberin der gesamten Liga. Pernille Harder erzielte für Bayern 16 Ligatore und gehörte damit ebenfalls zur absoluten Spitze.
Nach dem Supercup-Sieg unterstrich Bühl zudem die Tiefe des Münchner Kaders: „Man hat heute bereits gesehen, dass wir sehr viel Qualität im Kader haben.“ Zugleich verwies sie darauf, dass Bayern durch die Rückkehr weiterer derzeit fehlender Spielerinnen in den kommenden Wochen noch stärker werden könne.
Das ist eine Warnung an die Konkurrenz. Selbst mit personellen Ausfällen konnte Bayern gegen Vizemeister Wolfsburg bereits den ersten Titel der Saison gewinnen.
Union schlägt PSG in der Generalprobe
Verstecken muss sich der 1. FC Union Berlin vor dem Meister dennoch nicht. Die Generalprobe des Teams von Marie-Louise Eta verlief sogar ausgesprochen erfolgreich. Nur sechs Tage nach einer knappen Testspielniederlage gegen Inter Mailand (0:1) gewann Union auswärts mit 3:1 bei Paris Saint-Germain.
Besonders auffällig war die Schweizer Nationalspielerin Lia Kamber. Die Mittelfeldspielerin erzielte zwei Treffer, Jill Janssens steuerte das dritte Union-Tor bei. Union überzeugte dabei mit hohem Pressing, mutigem Offensivspiel und hoher Intensität – Eigenschaften, die auch gegen die spielstarken Bayern entscheidend werden dürften. Kamber blickte anschließend bereits auf den Bundesliga-Auftakt voraus: „Wir freuen uns jetzt natürlich riesig auf die kommende Saison und das Auftaktspiel gegen Bayern.“ Entscheidend sei, mit derselben Mentalität wie beim Erfolg in Paris aufzutreten.
Auch Trainerin Eta zeigte sich mit den Fortschritten ihres Teams zufrieden. Sie weiß allerdings um die Dimension der Aufgabe: Nach dem PSG-Spiel verwies sie ausdrücklich auf die hohe Qualität des kommenden Gegners. In der aktuellen Trainerumfrage formuliert Eta zugleich ein ambitionierteres Saisonziel für Union: Die Berlinerinnen wollen sich gegenüber dem neunten Platz der Vorsaison verbessern.
Bilanz Union Berlin gegen Bayern München
Die Bundesliga-Geschichte zwischen beiden Teams ist noch sehr kurz. Erst in der Saison 2025/2026 trafen Union Berlin und Bayern München erstmals im Oberhaus aufeinander – beide Spiele gewann der FCB.
| Saison | Spiel | Ergebnis |
|---|---|---|
| 2025/2026 | FC Bayern München – 1. FC Union Berlin | 4:0 |
| 2025/2026 | 1. FC Union Berlin – FC Bayern München | 2:3 |
Damit lautet die Bundesliga-Bilanz vor dem dritten Aufeinandertreffen:
- 2 Spiele
- 2 Siege FC Bayern
- 0 Unentschieden
- 0 Siege Union Berlin
- 7:2 Tore für Bayern
Das Rückspiel der vergangenen Saison hat dabei einen besonderen Platz in der Bayern-Historie. Am 22. April 2026 gewann München in der Alten Försterei mit 3:2 und machte dadurch die Deutsche Meisterschaft vorzeitig perfekt. Edna Imade und Barbara Dunst trafen zunächst für Bayern, Sophie Weidauer und Lia Kamber glichen für Union jeweils aus. Erst in der 84. Minute erzielte die eingewechselte Giulia Gwinn den entscheidenden Treffer zum 3:2.
Union zeigte dabei allerdings, dass die Münchnerinnen in Köpenick durchaus verwundbar sind. Aus einem vermeintlich klaren Duell wurde ein Spiel, das erst in den Schlussminuten entschieden wurde. Genau daran dürften die Berlinerinnen vor dem erneuten Aufeinandertreffen anknüpfen wollen.
Neue Trainerin und neue Ambitionen bei Union
Mit Marie-Louise Eta beginnt bei den Union-Frauen zugleich eine neue Ära. Unter ihrer Leitung soll sich das Team sportlich weiterentwickeln und nach Möglichkeit über den neunten Tabellenplatz der Vorsaison hinauskommen. Die Konkurrenz traut den Berlinerinnen durchaus einiges zu.
In der DFB-Trainerumfrage wurden die Eisernen von sechs der 14 Bundesliga-Trainerinnen und -Trainer als Kandidat für die internationalen Plätze genannt. Neben dem VfL Wolfsburg, Eintracht Frankfurt, Bayer Leverkusen und der TSG Hoffenheim wird Union damit zunehmend zum erweiterten Kreis der Spitzen-Teams gerechnet.
Das bedeutet nicht, dass Union bereits zu den Titelkandidaten gehört. Aber die Entwicklung vom Zweitligameister 2025 über einen sicheren neunten Platz in der Premierensaison bis zum möglichen Anwärter auf die obere Tabellenhälfte zeigt, wie schnell sich der Frauenfußball in Köpenick entwickelt.
Bayern mit beeindruckenden Bundesliga-Statistiken
Die größte Herausforderung für Union wird darin bestehen, die Münchner Dominanz im Ballbesitz und rund um den eigenen Strafraum einzuschränken. Bayern führte 2025/26 zahlreiche Teamstatistiken der Frauen-Bundesliga an.
Der Meister verbuchte unter anderem die meisten Eckbälle, die meisten Kopfballtreffer sowie die meisten Pässe der gesamten Liga. Die Passquote lag bei 89 Prozent, die Zweikampfquote bei 57 Prozent. Gleichzeitig ließ kein Team weniger gegnerische Torschüsse zu.
Auch im Tor war Bayern herausragend. Insgesamt blieb der FCB in 18 der 26 Bundesliga-Spiele ohne Gegentor. Nationaltorhüterin Ena Mahmutovic kam bei 17 Einsätzen auf elf Zu-Null-Spiele.
Für Union dürfte es deshalb darauf ankommen, Bayern früh unter Druck zu setzen und nach Ballgewinnen schnell umzuschalten. Dass dieses Konzept funktionieren kann, zeigte das Team beim 3:1 gegen PSG wenige Tage vor dem Bundesliga-Start.
Frauen-Bundesliga 2026/2027 mit 14 Mannschaften
Die Frauen-Bundesliga 2026/27 wird erneut mit 14 Mannschaften ausgetragen. Neu dabei sind der VfB Stuttgart und der 1. FSV Mainz 05. Beide Vereine spielen erstmals in der höchsten deutschen Frauen-Spielklasse.
Durch den früheren Saisonstart und den turnierfreien Sommer kann die Bundesliga diesmal ohne Englische Wochen auskommen. Nach dem 13. Spieltag vom 18. bis 21. Dezember 2026 beginnt die Winterpause. Weiter geht es Mitte Januar 2027. Der 26. und letzte Spieltag wird am 23. Mai 2027 ausgetragen.
Beim Kampf um die Meisterschaft ist die Rollenverteilung zumindest vor dem ersten Spiel klar. Bayern ist der Favorit, Wolfsburg gilt erneut als erster Verfolger. Dahinter könnte der Wettbewerb um die internationalen Plätze deutlich enger werden. Neben Frankfurt, Leverkusen und Hoffenheim wird inzwischen auch Union Berlin regelmäßig genannt.
Nationalspielerinnen zum Auftakt im Blickpunkt
Aus Sicht der deutschen Nationalmannschaft bietet das Eröffnungsspiel ebenfalls mehrere interessante Namen. Bei Bayern gehören unter anderem Klara Bühl, Linda Dallmann und Ena Mahmutovic zu den deutschen Auswahlspielerinnen. Gerade Bühl geht nach ihrer starken Vorsaison und dem Doppelpack im Supercup mit viel Rückenwind in die Bundesliga.
Auf Berliner Seite könnte vor allem das neu formierte Mittelfeld interessant werden. Lisanne Gräwe wechselte im Sommer nach Köpenick und stand sowohl gegen Inter Mailand als auch beim Erfolg gegen PSG in der Union-Elf. Mit Lia Kamber besitzt Eta zudem eine junge Schweizer Nationalspielerin, die unmittelbar vor dem Ligastart ihre Torgefahr eindrucksvoll unter Beweis stellte.
Spannender Start statt Pflichtaufgabe für den Meister
Auf dem Papier spricht nahezu alles für den FC Bayern. Die Münchnerinnen haben die beiden bisherigen Bundesliga-Duelle gewonnen, sind seit einer kompletten Liga-Saison ungeschlagen und haben mit dem Supercup bereits wieder den ersten Titel gewonnen. Dazu kommt ein Kader, den alle Bundesliga-Trainerinnen und -Trainer als den stärksten im Titelrennen einschätzen.
Doch Union hat ebenfalls Argumente. Die Berlinerinnen können auf eine außergewöhnliche Heimkulisse bauen, haben Bayern beim 2:3 im April bis in die Schlussphase gefordert und mit dem 3:1 gegen Paris Saint-Germain eine starke Generalprobe absolviert. Das Eröffnungsspiel der Frauen-Bundesliga zwischen Union Berlin und Bayern München verspricht deshalb weit mehr als einen klassischen Auftakt zwischen Außenseiter und Meister.
Für Bayern beginnt in der Alten Försterei die Mission fünfter Meistertitel in Serie. Union will dagegen gleich am ersten Abend zeigen, dass die Ambitionen für die zweite Bundesliga-Saison über den reinen Klassenverbleib hinausgehen.
