Das DFB-Pokal-Finale der Frauen 2026 verspricht ein echtes Topspiel: Am 14. Mai 2026 treffen Titelverteidiger FC Bayern München und Rekordpokalsieger VfL Wolfsburg im Kölner RheinEnergieSTADION aufeinander. Anstoß ist um 16 Uhr, die Partie wird live im ZDF übertragen. Schon jetzt sind mehr als 30.000 Tickets verkauft, erneut deutet also vieles auf eine große Bühne für eines der wichtigsten Spiele im deutschen Frauenfußball hin.
Für den neutralen Blick ist dieses Endspiel kaum besser zu besetzen. Bayern reist als aktueller Pokalsieger und Tabellenführer an, Wolfsburg als elfmaliger Pokalsieger mit enormer Finalerfahrung. Es ist das Duell der beiden bekanntesten deutschen Frauenfußball-Marken – und zugleich ein Spiel, in dem sich auch zahlreiche deutsche Nationalspielerinnen auf höchstem Niveau gegenüberstehen.
Der Weg ins DFB-Pokal-Finale
Der VfL Wolfsburg musste für das Finalticket richtig leiden. Im Halbfinale beim FC Carl Zeiss Jena retteten sich die Wölfinnen nach 120 torlosen Minuten mit einem 5:4 im Elfmeterschießen nach Köln. Nationaltorhüterin Stina Johannes hielt in der Entscheidung zwei Strafstöße, Smilla Vallotto verwandelte schließlich den entscheidenden Elfmeter.
Der FC Bayern München löste das zweite Finalticket deutlich souveräner. Gegen die SGS Essen setzte sich das Team von José Barcala mit 4:0 durch. Momoko Tanikawa, Pernille Harder und Edna Imade (2) trafen für die Münchnerinnen, die damit zum dritten Mal in Folge ins Pokalendspiel einzogen.
Warum dieses Finale sportlich so reizvoll ist
Rein von der aktuellen Form her geht Bayern mit leichten Vorteilen in dieses Endspiel. Nach dem 22. Spieltag lag der FCB in der Google Pixel Frauen-Bundesliga 13 Punkte vor Wolfsburg und hatte die nächste Meisterschaft bereits klar vor Augen. Zudem gewann Bayern das Liga-Topspiel gegen den VfL am 22. Februar 2026 mit 4:1. Das spricht für Stabilität, Effizienz und derzeit wohl auch für etwas mehr Selbstverständnis im Münchner Spiel. Diese Favoritenrolle ist allerdings eine Einordnung aus Form und Ergebnissen – keine Garantie für Köln.
Denn Wolfsburg bleibt Wolfsburg – vor allem im Pokal. Der VfL ist mit elf Titeln Rekordsieger des Wettbewerbs und besiegte Bayern auch im Finale 2024 mit 2:0. Gerade diese Mischung aus Erfahrung, Physis und Finalroutine macht den Klub für jedes Endspiel gefährlich, selbst wenn die Ligaform aktuell etwas klarer für München spricht.
Diese Nationalspielerinnen prägen das Finale
Auf Münchner Seite steht vor allem Giulia Gwinn im Mittelpunkt. Die Außenbahnspielerin ist seit 2025 Kapitänin der DFB-Frauen und bringt laut DFB-Datencenter 57 A-Länderspiele mit. Dazu kommen in Bayerns deutscher Achse Linda Dallmann mit 74 A-Länderspielen sowie Franziska Kett mit 11 A-Länderspielen. Gerade Gwinn und Dallmann verleihen dem Münchner Spiel Tempo, Struktur und Kreativität.
Auch Wolfsburg bringt reichlich deutsche Qualität ins Finale. Janina Minge steht bei 30 A-Länderspielen, Sarai Linder bei 29, Vivien Endemann bei 17, Stina Johannes bei 5 und Cora Zicai bei 6. Damit ist der VfL in zentralen Mannschaftsteilen ebenfalls stark mit DFB-Erfahrung besetzt – von der Defensive bis in die offensiven Umschaltmomente.
Besonders emotional wird das Finale rund um Alexandra Popp. Die 145-malige ehemalige Nationalspielerin ist derzeit verletzt, hofft aber auf eine Rückkehr bis zum Endspiel. Für Popp wäre es eines der letzten großen Spiele im Wolfsburg-Trikot, ehe sie den Verein im Sommer verlässt. Allein diese Personalie gibt dem Finale zusätzliche Wucht.
Stimmen zum Endspiel
Popp machte bei der Pokalübergabe in Köln klar, wie groß die Bedeutung dieses Endspiels für sie und Wolfsburg ist: „Um zu gewinnen, müssen wir unser Leben auf dem Platz lassen.“ Das ist keine leere Floskel, sondern beschreibt sehr gut, wie sehr der VfL diesen Wettbewerb noch immer lebt.
Auch bei Bayern ist die Vorfreude groß. Pernille Harder sagte mit Blick auf ihren Ex-Klub: „Spiele gegen den VfL sind immer speziell.“ Und sie nannte das Duell ein „sehr würdiges Finale“ – eine Einschätzung, der man kaum widersprechen kann.
Wie besonders Köln für die Spielerinnen ist, brachte Janina Minge auf den Punkt: „Die Stimmung in Köln ist einzigartig.“ Genau dieses Gesamtpaket aus ausverkauftem Stadion, Titelchance und nationaler Aufmerksamkeit macht das Pokalfinale seit Jahren zu einem der größten Schaufenster des deutschen Frauenfußballs.
Prognose: Bayern mit Formvorteil, Wolfsburg mit Pokal-DNA
Der FC Bayern geht wegen Tabellenlage, Konstanz und des jüngsten 4:1 im direkten Duell leicht im Vorteil ins Finale. Wolfsburg wiederum hat im Pokal den größeren historischen Rucksack – im positiven Sinn. Der VfL weiß, wie Köln funktioniert, wie man Endspiele annimmt und wie man enge Momente übersteht. Genau deshalb deutet vieles auf ein enges Finale hin, auch wenn Bayern aktuell etwas kompletter wirkt.
Unterm Strich ist dieses DFB-Pokal-Finale der Frauen mehr als nur ein Titelspiel. Es ist ein Prestigeduell zweier Schwergewichte, ein Treffen zahlreicher Nationalspielerinnen – und womöglich auch eine emotionale Abschiedsbühne für Alexandra Popp.
